UNSERE DOZENT:INNEN / UNSERE DOZENT:INNEN
Portrait Christoph Seidl

Christoph Seidl, Dozent an der ABP

Seidl, Christoph

Experte für Content-Strategie und KI


Christoph Seidl beschäftigt sich mit Content-Strategie und Künstlicher Intelligenz. 16 Jahre lang arbeitete er beim Ippen-Verlag, zuletzt als Leiter der Formatenentwicklung. Dort entwickelte er KI-gestützte Erzählformate und kanalübergreifende Content-Produkte für Homepage, Newsletter, Social Media und Print – mit dem Ziel, Wachstum, Reichweite und Nutzerbindung zu fördern. Für seine Forschungsarbeit zu den Erfolgsfaktoren von Abo-Modellen erhielt er den MasterAward der Gesellschaft für Organisation sowie den Alfred-Gerardi-Gedächtnispreis. Heute unterstützt er Verlage und Unternehmen dabei, Künstliche Intelligenz gezielt in ihre Content-Strategie zu integrieren und redaktionelle Prozesse weiterzuentwickeln.


Fachgebiete

       Content-Strategie und Formatentwicklung

       Künstliche Intelligenz

       Workflow-Automatisierung

       Reichweite und Nutzerbindung

       Social Media

       Newsletter

       Monitoring und Dashboards



Fragen an Christoph Seidl


Sie waren zuletzt Leiter der Formatentwicklung und entwickeln heute Content-Formate für Unternehmen und Redaktionen. Woran erkennen Sie, dass eine Idee das Potenzial für ein dauerhaft erfolgreiches Content-Produkt hat und nicht nur ein kurzfristiger Hype ist?

Seidl: "Wir müssen uns immer die folgenden zwei Fragen stellen. Erstens: Ist der Leser oder Zuschauer bereit, den Inhalt abzuspeichern? Sagt er: „Das schaue ich mir später noch einmal an.“ Hat der Inhalt einen Nutzwert, einen Mehrwert oder einen Service geboten? Hat er emotional berührt oder fachlich weitergebracht? Zweitens: Löst der Inhalt sofort den Wunsch aus, den Kanal zu abonnieren? Denken die Menschen: „Von denen muss ich künftig mehr sehen.“

Ich entwickle Content nicht für Reichweite oder kontroverse Kommentare. Ich entwickle Formate, die Kanäle langfristig aufbauen. Jedes starke Format beginnt mit einem starken Thema, einer klaren Hook und einer Visualisierung, die innerhalb weniger Sekunden verständlich macht, worum es geht, noch bevor jemand den ersten Satz gelesen oder gehört hat. Wenn Menschen das Bedürfnis haben, Inhalte zu speichern und anschließend den Kanal abonnieren zu wollen, hat ein Format das Potenzial, durch die Decke zu gehen."


Sie entwickeln KI-gestützte Workflows für Redaktionen und Unternehmen. Welche Aufgaben würden Sie niemals automatisieren, obwohl es technisch möglich wäre?

Seidl: "Viele Unternehmen denken zuerst immer an Einsparungen. Wo kann ich Kosten senken, um mehr Gewinn zu machen? Ich halte das für den falschen Ansatz. Die wichtigste Frage lautet: Warum möchte ich automatisieren? Geht es nur darum, Kosten zu sparen, oder darum, ein besseres Produkt zu schaffen? KI sollte Menschen nicht ersetzen, sondern ihnen helfen, bessere Produkte zu entwickeln. Technisch kann heute ein Workflow zum Beispiel mein komplettes LinkedIn-Profil übernehmen – Themen finden, Beiträge schreiben und veröffentlichen. Die entscheidende Frage ist: Ist das am Ende dann noch mein Profil?

Wenn unter einem Beitrag mein Name steht, dann muss darin auch Christoph Seidl stecken. Und das heißt für mich: nicht nur im Prompt oder in der groben Themenidee. Deshalb ziehe ich für mich persönlich eine klare Grenze: Persönlichkeit, Haltung, Verantwortung und persönliche Beiträge dürfen bei mir nicht automatisiert werden. Aber jedes Unternehmen und jeder Person muss diese Entscheidung für sich selbst treffen. Ich empfehle jedem Unternehmen, zwei Listen anzulegen: Was automatisieren wir? Und was automatisieren wir bewusst niemals? Wer KI nur zur Kostensenkung einsetzt, wird austauschbar. Wer mit KI bessere Produkte entwickelt, schafft einen echten Wettbewerbsvorteil."



Welche Aufgaben hat KI Ihnen persönlich am meisten erleichtert?

Seidl: "Am meisten hilft mir KI dabei, Gedanken zu strukturieren. Ich habe oft viele Ideen gleichzeitig. KI hilft mir, daraus eine klare Struktur zu entwickeln. Ich habe für mich zudem für die folgende Frage eine ganze Aufgabenliste angelegt: Welche Aufgaben kosten mich Zeit oder nerven mich maximal? Dazu gehören Projektmanagement-Tickets, Interviewtranskriptionen und der Rohschnitt von Videos. Das sind wichtige Aufgaben, aber keine, aus denen ich Energie ziehe.

Ich habe aber auch Tools gebaut wie den "Textzerstörer". Der zerlegt meinen Text, meine Landingpage oder meinen Social Post nach allen Regeln der Kunst. Anschließend baut er mich wieder auf und zeigt mir, was ich verbessern muss, um mehr Menschen zu erreichen (haha). Mein Rat lautet deshalb: Fang nicht mit den neuesten KI-Funktionen an, sondern mit deiner eigenen To-do-Liste. Dort steckt meistens das größte Potenzial."


Kurse von Christoph Seidl

66

Kurse werden geladen …

Zur Zeit keine Kurse vorhanden.

Zurück

Folge uns auf Social Media

Öffnungszeiten

Akademie der Bayerischen Presse (ABP) e.V.
Domagkstr. 34, 80807 München