Mike Schier, Dozent an der ABP
Stellv. Chefredakteur
Mike Schier, Jahrgang 1973, ist Stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur. Davor leitete er die Münchner Lokalredaktion sowie das Ressort Politik & Hintergrund. Trotz aller administrativen Aufgaben versucht er immer noch, so viel Zeit wie möglich der politischen Berichterstattung zu widmen - meist mit Schwerpunkt auf die bayerische Landespolitik.
Fragen an Mike Schier
Welche Fähigkeit brauchen junge Zeitungsjournalisten besonders früh?
Schier: "Das Wichtigste ist Neugier! Sich nicht mit dem zufrieden geben, was schon irgendwo im Internet steht oder ChatGPT einem ausspuckt. Und erst recht nicht mit dem, was auf Social Media gepostet wird. Spannend wird es doch erst hinter den Kulissen. Dazu braucht man gute Kontakte, muss die Abläufe und Hintergründe kennen und wissen, wer welche Entscheidungen trifft. Das gilt übrigens themenunabhängig – egal, ob man über die Bundesregierung berichtet, den Kreistag in Straubing oder die neuen Transferpläne des FC Bayern München."
Warum schreiben Sie trotz Leitungsaufgaben weiter selbst?
Schier: "Wenn ich nur Personal- und Budgetpläne machen wollte, hätte ich BWL studiert. Ich habe noch immer viel zu viel Spaß daran, gute Geschichten zu finden und aufzuschreiben. Und aus den Reaktionen der Leser (und Politiker) merke ich, wie viel ihnen Kommentare bedeuten, auch wenn sie manchmal ganz anderer Meinung sind."
Was hat sich in der politischen Berichterstattung am stärksten verändert?
Schier: "Die Geschwindigkeit ist inzwischen extrem. Es gibt keine Pausen mehr – Tag und Nacht, montags bis sonntags. Sommerlöcher sind Geschichte. Da fällt es manchmal schwer, wichtiges von unwichtigem zu trennen. Umso mehr ist es die Aufgabe von gutem Journalismus, den Menschen Orientierung zu geben und Hintergründe zu erklären. Auch in neuen Formaten."
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