UNSERE DOZENT:INNEN / UNSERE DOZENT:INNEN
Portrait Erol Gurian

Erol Gurian, Dozent an der ABP

Gurian, Erol

Fotograf und Fotojournalist


Erol Gurian ist Fotojournalist, Fotograf und Dozent aus München. Seit über 30 Jahren beschäftigt ihn eine zentrale Frage: Warum bleiben manche Bilder im Gedächtnis, während andere sofort wieder vergessen werden? Nach dem Studium des Fotojournalismus und der Psychologie an der San José State University in Kalifornien arbeitete er für Zeitungen, Magazine und Unternehmen im In- und Ausland. Er ist Mitglied der laif Agentur in Köln.


Neben seiner journalistischen Arbeit gründete er das Medienprojekt OURVOICE, das jungen Menschen – unter anderem im Libanon – dabei hilft, ihre eigenen Geschichten mit Foto, Video und Text zu erzählen. Als Dozent vermittelt er die Prinzipien wirksamer Bildkommunikation für Medienhäuser, Hochschulen und Unternehmen. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Überzeugung, dass Bilder weit mehr sind als Illustration: Sie schaffen Aufmerksamkeit, wecken Vertrauen und prägen unser Verständnis der Welt. Mit seinem Konzept des Bildbewusstseins verbindet er journalistische Erfahrung mit psychologischen Erkenntnissen und den Herausforderungen der digitalen Kommunikation.


Fachgebiete


       Fotojournalismus / Fotoreportage

       Bildsprache

       Porträtfotografien

       Pressefotografie

       Smartphone-Fotografie

       Bildbearbeitung



Fragen an Erol Gurian


Ihre Reportagen reichen von Armenien bis Kambodscha. Welche Begegnung hat Ihre Sicht auf die Fotografie dauerhaft verändert – und warum?


Gurian: "Meine Projektarbeit mit geflüchteten Jugendlichen im Libanon hat mir den Wert des gedruckten Fotos vor Augen geführt. Innerhalb von zwei Wochen habe ich mit meinem Team und einer Gruppe von 12 Schüler:innen aus Palästina und Syrien das Ourvoice Magazin produziert. Die Kids waren mit Elan dabei und haben Stories fotografiert, die motivieren und inspirieren. Ihre Perspektive war die des Constructive Journalism: also nicht, was in ihrer Community Shatila in Beirut nicht klappt, sondern wo die Projekte, Orte und Personen sind, die etwas zum Besseren verändern. Als sie am Ende des Workshops ihr gedrucktes Magazin in Händen hielten, konnten sie es kaum fassen! So groß war Ihre Begeisterung, Ihre Arbeit tatsächlich in ihren Händen zu halten. Das war der Beweis für mich, dass das physische Objekt - das gedruckte Foto im Magazin - einen Wert hat, der weit über das rein Digitale hinaus geht."


Wodurch unterscheidet sich für Sie ein Bild, das eine Geschichte erzählt von einem belanglosen Schnappschuss?


Gurian: "Fotos die Geschichten erzählen, liefern einen Mehrwert. Die Betrachter lernen etwas: über eine Person, einen Situation, einen Ort oder einen Sachverhalt. Diese Bildern haben eine Tiefe, die unmittelbar mit der Haltung seiner Fotografin zu tun hat. Sie resonieren mit der Betrachterin und lassen sie das spüren, was die Fotografin beim Fotografieren gefühlt hat. Über die Wirkung von journalistischen Fotos entscheidet auch die Nähe, die der Fotograf zu seiner Protagonistin und zu seinem Sujet aufbaut. Kommt er ran? Emotional aber auch physisch. Wenn ja, stehen die Chancen gut, dass ein erzählerisches Foto entsteht."


Wer Menschen fotografiert, erlebt oft nur wenige Sekunden eines entscheidenden Moments. Woran erkennen Sie, wann es Zeit ist, auf den Auslöser zu drücken?


Gurian: "Oft ist es mein Bauchgefühl. Ich habe in meinem fotografischen Leben so viele Fotos geschossen und Situationen ähneln sich. Auch menschliche Verhaltensweisen ähneln sich. Um den besten Moment zu erwischen, braucht man Geduld, muss scharf beobachten und - hoffentlich - den richtigen Augenblick erwischen. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Wenn es gelingt, macht mich das glücklich."


Kurse von Erol Gurian

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Öffnungszeiten

Akademie der Bayerischen Presse (ABP) e.V.
Domagkstr. 34, 80807 München