Peter Gaide, Dozent an der ABP
Freier Journalist, Chefredakteur, Trainer
Peter Gaide entwickelt und erzählt Geschichten in Text, Audio und Video. Als Journalist schreibt er unter anderem für brand eins und GALORE; zuvor erschienen seine Berichte, Features und Reportagen auch in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Rundschau und der ZEIT. Für Unternehmen und Agenturen entwickelt er Konzepte, Storylines und Beiträge für Geschäftsberichte, Corporate Books, Kampagnen und Filme. Seine Arbeit beginnt oft dort, wo viele Fakten, Botschaften und Interessen noch keine Geschichte ergeben. Als Trainer und Coach vermittelt er Interviewführung, Storytelling und journalistisches Arbeiten – gerne auch mit KI, wenn sie hilft, besser zu erzählen und die eigene Stimme nicht glattzubügeln. Seit 2025 produziert und moderiert er den Podcast „TalkTalk – Gespräche über Gespräche“.
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Fragen an Peter Gaide
Sie führen oft sehr lange Interviews. Woran merken Sie während eines Gesprächs, dass gerade der Moment beginnt, in dem ein Interview wirklich interessant wird?
Gaide: "Wenn mein Gegenüber nachdenkt oder leicht aus der Spur gerät. Schweigt, verlegen lächelt, laut lacht, unsicher wird, sich ärgert oder empört, Erstaunen zeigt oder ob meiner Frage den Kopf schüttelt. Nicht selten folgt dann eine Antwort, die er oder sie so noch nie gegeben hat. Was bekanntlich Gold ist für jedes Interview."
Sie arbeiten multimedial. Braucht man für einen Podcast andere Fragestellungen oder eine andere Haltung als für ein Print-Interview?
Gaide: "Im Podcast muss ich z. B. präziser fragen und formulieren, sonst bekomme ich später satte Mehrarbeit im Schnitt oder muss – im schlimmsten Fall – vollkommen verhaspelte Fragen neu einsprechen. Kostet Zeit und macht keinen Spaß. Bei Text-Interviews bin ich im Gespräch einen Hauch flapsiger, denn die Fragen lassen sich in der Schriftfassung unaufwändig glätten. Wobei ich mich davor hüte, später zu geschleckt und schlagfertig wirken zu wollen. Eitle Interviewer sind mir ein Graus."
Welche Frage stellen Sie in Interviews besonders gern und warum?
Gaide: "„Warum?“ Sie führt zu Gründen, Motiven, Antrieben, Zwecken, Wünschen, Konflikten, Hoffnungen."
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